ACHTUNG: Im vergangenen Herbst hat ein Sturmtief erhebliche Schäden in den Tälern und Wäldern des Trentino verursacht: auf zahlreichen Wegen sind die Sturmschäden noch immer nicht oder nur zum Teil beseitigt. Wir empfehlen Ihnen deshalb, sich vor der geplanten Wanderung mit dem örtlichen Fremdenverkehrsverein oder der lokalen Sektion des Trentiner Bergsteigervereins SAT in Verbindung zu setzen, und Informationen über die Beschaffenheit des Weges einzuholen.
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Ausgangspunkt: Levico Terme, 500 m
Endpunkt: Colle delle Benne, 650 m
Gehzeit: 2 Stunden
Höhenunterschied: 150 m
Schwierigkeit: einfach, für jedermann geeignet
Beste Jahreszeit: ganzjährig
Das Werk Colle delle Benne, im italienischen auch als Forte San Biagio bezeichnet, wurden in den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts erbaut. Nachdem es 1915 als veraltet betrachtet wurde, baute man die Hauptbewaffnung aus. Das gleiche Schicksal erlitt auch das benachbarte Werk Tenna. Von diesem Moment an, dienten beide Anlagen nur noch als Infanteriestützpunkte.
TOURBESCHREIBUNG
Das ehemalige Sperrwerk erreicht man über ein Sträßlein, das in der Nähe des Thermalbades von Levico beginnt und Richtung Colle delle Benne klar ausgeschildert ist. Nach wenigen Gehminuten wechselt der Belag von Asphalt in Schotter. Die Steigung ist angenehm und nie besonders anstrengend.
Bei einem Wegkreuz weist ein Schild auf die Präsenz eines ehemaligen von den Österreichern errichteten Aquädukts hin. Die Struktur ist in der Stützmauer der Straße eingebettet und gut erhalten.
Nach ungefähr 40 Minuten Gehzeit gelangt man an eine Betonkonstruktion, die zum Teil eingegraben ist. Es handelt sich dabei um eine von mehreren vom Hauptkomplex des Werkes unabhängigen Gebäudeteile, welches heute als Lagerraum genutzt wird.
Kurz danach erreicht man eine Kreuzung: um zum Werk zu gelangen, muss man sich rechts halten. Es lohnt sich aber auf jeden Fall, einen kurzen Umweg zu machen und in der entgegengesetzten Richtung der Straße bergab zu folgen, bis man an einer Spitzkehre anlangt an der sich einige Gebäude befinden, der sog. Maso Lazzaretti. Auf der links liegenden Einbuchtung befindet sich ein Monument aus der Kriegszeit, das man aus einem großen Felsblock gewonnen hat. Die Inschrift ist im Laufe der Zeit allerdings verloren gegangen. Im Jahre 1915 wurde in dieser Gegend eine moderner kavernierter Stützpunkt angelegt, der besser den neuen Verteidigungsbedürfnissen entsprach im Vergleich zum mittlerweile veralteten Sperrwerk. Wo man heute die Gebäude und den Hof ausmachen kann, befand sich einst ein Feldlazarett.
Nachdem man zur Kreuzung zurückkehrt ist, geht es weiter bergauf in Richtung Colle delle Benne und gelangt in kürze in Sichtweite des Werkseinganges. Die Torsäulen an der Seite sind noch die Originalen. Ein paar Meter davor erkennt man auf der linken Seite zwei Kavernen, die Teil des angesprochenen Stützpunktes waren. Die Kavernen dienten als Zugang zu zwei Verbindungsstollen, die heute aus Sicherheitsgründen zugemauert sind.
Das vor kurzem restaurierte Sperrwerk kann von außen besichtigt werden, in dem man im Werksgraben um die Anlage herum geht (für Informationen zur Besichtigung der Innenräume wendet man sich an den Fremdenverkehrsverein Valsugana/Lagorai Tel. 0461/727700).
Auf der südöstlichen Seite liegen die vier Geschützöffnungen der Kasematten, die mit Kanonen vom Kaliber 12 cm bestückt waren. Zwei Haubitzen vom Kaliber 10,5 cm waren dagegen unter drehbaren Panzerkuppeln untergebracht. Im Turm, der sich außerhalb des Werksgraben befindet, war ein Scheinwerfer positioniert. Der Graben wurde von einer Poterne abgesichert, die ihn im rechten Winkel schnitt.
Auf dem Dach einer der im Jahre 1915 für Verteidigungszwecke erbauten Gebäude wurde eine kleine Panoramaterrasse eingerichtet, von der der Blick auf Levico und die umgrenzenden Berge des Valsuganatals reicht.
Einige Schießscharten des Werkes besitzen immer noch die metallenen Schutzschilder, die nicht der Alteisengewinnung zum Opfer fielen. Eine der Öffnungen im ersten Stock verfügt auch über einen gepanzerten Balkon, der sich mit einem Zahnradmechanismus öffnen lässt, der mit Hilfe eines Handrades in Bewegung gesetzt wird und mit einem Guckloch versehen ist.
Nachdem man die Besichtigung der Anlage abgeschlossen hat, geht es auf dem beim Hinweg benutzten Weg wieder zurück.
Man erreicht das Werk Colle delle Benne auch mit dem Auto von Levico aus. Dazu folgt man einige Kilometer der Landstraße Nr. 228. Auf Anhöhe einer großen Einbuchtung biegt man rechts ab und folgt der Straße zum Werk (ausgeschildert). Diese Straße diente früher der Versorgung des Werkes. Das Fahrzeug stellt man dann an der o.g. Einbuchtung bei der Spitzkehre am Maso Lazzaretti ab.
LITERATURHINWEISE
Deutschsprachige Literatur
Wilhelm Nußstein: Militärgeschichtlicher Reiseführer Dolomiten. Österreichische Festungen in Oberitalien. Von den Sieben Gemeinden bis zur Flitscher Klause, Hamburg, 1997.
Italienischsprachige Literatur
Volker Jeschkeit, Le linee avanzate della Fortezza di Trento: la difesa della Valsugana e le vie di collegamento agli Altipiani, Curcu Genovese, Trento 2010.
Gian Piero Schiocchetti, Le fortificazioni austriache della Valsugana, Amici della Storia Pergine, 1993.






