Attenzione! Abilita i javascript nel tuo browser per una completa visualizzazione del sito
Forte Cima campo

ACHTUNG: Im vergangenen Herbst hat ein Sturmtief erhebliche Schäden in den Tälern und Wäldern des Trentino verursacht:  auf zahlreichen Wegen sind die Sturmschäden noch immer nicht oder nur zum Teil beseitigt. Wir empfehlen Ihnen deshalb, sich vor der geplanten Wanderung mit dem örtlichen Fremdenverkehrsverein oder der lokalen Sektion des Trentiner Bergsteigervereins SAT in Verbindung zu setzen, und Informationen über die Beschaffenheit des Weges einzuholen.
Laden Sie die App herunter

Ausgangspunkt: Lusern 1333 m
Endpunkt: Lusern 1333 m, höchster Punkt Cima Campo, Werk-Forte Lusern 1549 m
Gehzeit: 2-3 Stunden
Höhenunterschied: 216 m
Schwierigkeit: einfache Wanderung
Beste Jahreszeit: von Mai bis Mitte Oktober

Die Hochflächen in ihrer strategisch wichtigen Lage stellen auch aufgrund ihrer territorialen Beschaffenheit ein Unikum dar, auf dem eine komplexe Sperrgruppe von kaiserlichen Festungsanlagen errichtet wurde. Hier überlebt auch eine kleine sprachliche und ethnische Minderheit, die Zimbern, die Lusern zu einem sehr empfehlenswerten Besuchsziel und Ausgangspunkt von Wanderungen machen.
So hebt sich etwas oberhalb des Ortes auf der Cima Campo der imposante Umriss des Werkes Lusern ab, das aufgrund seiner angeblichen Uneinnehmbarkeit von den Italienern den Spitznamen Padreterno „Der ewige Vater“ erhielt.

TOURBESCHREIBUNG
Man kann Werk Lusern, von den Italienern auch als Forte Cima Campo bezeichnet auf verschiedenen Wegen erreichen. Die hier vorgeschlagene Variante startet im Zentrum von Lusen, ein kleiner Ort in dem die Einwohner noch eine alte zimbrische Sprache sprechen (man erfährt mehr über diese Sprachgruppe, ihre Geschichte und Traditionen beim empfehlenswerten Besuch des Dokumentationszentrums in Lusern und des Museums-Hauses das „Haus von Prükk“.).
Von der Piazza Battisti quert man den Ort und geht auf der Via Cima Nora bergauf, bevor man nach einem Agritur rechts auf den als „Sentiero cimbro dell’immaginario“ bezeichneten Weg abbiegt. Entlang dieses Weges sind zahlreiche Holzskulpturen aufgestellt, die sich auf die traditionellen Legenden und Mythen der Zimbern beziehen. Nachdem man einen Kalkofen erreicht hat, verlässt man den bislang beschrittenen Weg und geht in Richtung Malga Campo weiter. Nach Erreichen der Alm, die in ein Rifugio umgewandelt wurde, geht es zuerst auf weitläufigen Almwiesen bergauf und dann durch Wald bis zum Stützpunkt Oberwiesen. Es handelt sich dabei um einen befestigten Posten, der das unter dem Werk Lusern liegende Gelände absichern sollte. Der zweite davon östlich gelegene Stützpunkt Viaz, war mit dem Werk durch eine Reihe von Stollen und Schützengräben verbunden.
Es geht weiter durch den Wald auf dem als „Sentiero della Grande Guerra n. 2“ ausgeschilderten Weg. Dabei stößt man auf große Metallfiguren, die zum Rundweg „Von den Geschichten zur Geschichte – Dalle storie alla storia” gehören. Jede Figur gibt eine von einem Bewohner Luserns erzählte Geschichte wider, die von den tragischen Ereignissen im Ersten Weltkrieg handeln. Nachdem man das letzte steile Wegstück hinter sich gelassen hat, steht man direkt vor der imposante Kulisse des ehemaligen Sperrwerkes. Anhand einer vor kurzem abgeschlossenen Restaurierung konnte mit Hilfe eines großen Metallgerüstes der ursprüngliche Umfang der Anlage rekonstruiert werden.
Das Werk wurde zwischen 1908 und 1912 in Stahlbeton erbaut. Es besitzt einen Grundriss in Form eines Dreiecks und verfügte über vier Panzerkuppel für die Geschütze. Eine weitere diente als Beobachtungskuppel. In der Anlage konnten 300 Mann untergebracht werden. Zwischen dem 25. und 28. Mai 1915 stand es ununterbrochen unter dem Beschuss der italienischen Artillerie, dabei wurde es von mehr als 5000 Granaten getroffen! Nachdem die Beschießung geendet hatte war die Anlage halb zerstört und die Verbindungen mit den einzelnen Werksteilen unterbrochen. Aufgrund der erlittenen starken Schäden und dem psychischen Verfall der Mannschaften, die eine Explosion des Benzinlagers und des Munitionsdepots befürchteten, entschloss sich der Werkskommandant Emanuel Nebesar zur Aufgabe des Werkes, die weiße Fahne zu hissen und es mit der ganzen Besatzung zu verlassen. Eine italienische Besetzung hätte desaströse Folgen gehabt. Deshalb belegten die benachbarten Werke Verle und Gschwent die Anlage mit einem Sperrfeuer und verhinderten so das Vorrücken der italienischen Truppen. Vom Werk Gschwent wurde zugleich eine Patrouille losgeschickt, um die weiße Fahne einzuholen. Der Kommandant Nebesar wurde verhaftet und wegen Hochverrats angeklagt.
Mit der Frühjahrsoffensive im Mai 1916 verschob sich die Front in östlicher Richtung, womit sich das Werk Lusern, wie auch die anderen Sperrwerke auf der Hochfläche, im Hinterland der Front befand, so dass es bis zum Ende des Krieges hier relativ ruhig blieb und die Anlage ausgebessert werden konnte. Im Jahre 1916 wurde von der Besatzung ein Monument zur Erinnerung an die gefallenen Kameraden errichtet.
Nachdem man das Sperrwerk besichtigt hat, geht es in Richtung Malga Millegrobbe weiter. Man folgt dabei dem Rundweg „Von den Geschichten zur Geschichte – Dalle storie alla storia, der zurück nach Lusern führt und den Rundweg abschließt. Auf dem Weg dorthin kommt man noch an den sog. Baiti (Hüttn) vorbei und an einem etwas kuriosen dem Heiligen Antonius geweihten Schrein.
FÜR INFORMATIONEN
Azienda per il Turismo Folgaria Lavarone Luserna www.alpecimbra.it
Centro Documentazione Luserna – Dokumentationszentrum Lusern) Tel. 0464-789638, www.lusern.it


LITERATURHINWEISE
Deutschsprachige Literatur
Erwin Anton Grestenberger: k.u.k. Befestigungsanlagen in Tirol und Kärnten 1860-1918, Wien, 2000.
Rolf Hentzschel: Österreichische Gebirgsfestungen im Ersten Weltkrieg. Die Hochebenen von Folgaria und Lavarone, Bozen, 1999.
Rolf Hentzschel: Festungskrieg im Hochgebirge. Der Kampf um die österreichischen und italienischen Hochgebirgsforts in Südtirol im Ersten Weltkrieg, Bozen, 2009.
Heinz von Lichem: Per non dimenticare. Luserna e gli Altipiani nella Prima Guerra Mondiale. Um nicht zu vergessen. Lusern und die Hochebene im Ersten Weltkrieg, Lusern, 1998.
Wilhelm Nußstein: Militärgeschichtlicher Reiseführer Dolomiten. Österreichische Festungen in Oberitalien. Von den Sieben Gemeinden bis zur Flitscher Klause, Hamburg, 1997.

Italienischsprachige Literatur
Tullio Liber, Ugo Leitempergher, (a cura di), 1914-1918, La Grande Guerra sugli Altipiani, Gino Rossato editore, Vicenza, 1988.
Gianni Pieropan, Guida alle fortezze degli Altipiani, Gino Rossato editore, Vicenza, 1988.
Fritz Weber, Tappe della disfatta, Mursia, Milano, 2004.

 

 
 

Info tecniche

Partenza:  Luserna 1333 metri

Arrivo:  Luserna 1333 metri con punto culminante a cima Campo, forte Luserna, a metri 1549

Tempo di percorrenza:  2/3 ore

Dislivello:  216 metri

Difficoltà:  facile, per tutti

Stagionalità:  da maggio a metà ottobre

Forte Cima campo