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Forte Tonale - Zaccarana

ACHTUNG: Im vergangenen Herbst hat ein Sturmtief erhebliche Schäden in den Tälern und Wäldern des Trentino verursacht:  auf zahlreichen Wegen sind die Sturmschäden noch immer nicht oder nur zum Teil beseitigt. Wir empfehlen Ihnen deshalb, sich vor der geplanten Wanderung mit dem örtlichen Fremdenverkehrsverein oder der lokalen Sektion des Trentiner Bergsteigervereins SAT in Verbindung zu setzen, und Informationen über die Beschaffenheit des Weges einzuholen.
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Ausgangspunkt: Hospiz San Bartolomeo am Passo Tonale (1971 m)
Endpunkt: Werk Tonale-Forte Zacarana (2096 m)
Gehzeit: 3 Stunden
Höhenunterschied: 125 m
Schwierigkeit: leicht
Beste Jahreszeit: Sommer

Auf dieser Tour lernt man die Werke Mero und Tonale (im ital. Forte Zacarana) kennen, die zusammen mit dem auf der gegenüberliegenden Talseite gelegenen Werk Presanella (im ital. Forte Pozzi Alti) zu Beginn des 20. Jahrhunderts als Teil des Tonale-Sperrgürtels errichtet wurden. Der Wegverlauf kreuzt die vorderste österreichisch-ungarische Linie und das sog. Niemandsland. Es ist eine einfache für jedermann geeignete Tour, die herrliche Ausblicke auf die Gipfel im oberen Val di Sole bietet.

TOURBESCHREIBUNG
Nachdem man das Auto beim Hospiz San Bartolomeo (1971 m) knapp oberhalb des Tonalepasses geparkt hat, folgt man der alten Tonalestraße in östlicher Richtung. Entlang des Weges bemerkt man zahlreiche Granattrichter und Reste ehemaliger Schützengräben der vordersten österreichisch-ungarischen Linie; hinter einem in Richtung des Tonale lag das sog. Niemandsland.
In ca. 30 Minuten erreicht man die Ruinen des Werkes Mero (1840 m), erbaut zwischen 1911 und 1913. Es hatte die Aufgabe, die alte Tonalestraße zu sperren und flankierend Werk Tonale zu schützen (das etwas oberhalb liegt) sowie die gegenüberliegende Talseite des Val di Vermiglio unter Kontrolle zu halten. Um sich einen Eindruck von der strategischen Bedeutung seiner Lage zu machen, steigt man am besten auf das Verdeck und betrachtet mit den dort angebrachten Ferngläsern das Werk Presanella, den Passo Paradiso und den Presenakessel. Werk Mero war als Nahkampfwerk angelegt und verfügte nur über sieben Maschinengewehre vom Modell Schwarzlose (einige Maschinengewehre dieses Typs, sind in den Museen in Vermiglio und Pejo zu sehen). Die Mauern des Werkes bestanden aus Stahlbeton und waren ursprünglich zusätzlich mit einem Erdmantel abgedeckt, der die Aufgabe hatte die Explosionswirkung der einschlagenden Granaten abzuschwächen. Heute ist Werk Großteils ein Schutthaufen, da es bei der Gewinnung von Alteisen zerstört wurde. Während der Restaurierung im Jahre 2010 wurde die Anlage von der Vegetation befreit und damit wieder ihre Größe und Struktur ersichtlich. Auf einen kuriosen Aspekt sei hingewiesen: auf einigen Mauern, die im unteren dem Tal hin ausgerichteten Bereich liegen, sind noch Farbreste zu erkennen, mit denen die österreichisch-ungarische Armee das Sperrwerk zu tarnen versucht hatte.
Wer eine Pause einlegen und den Ausblick genießen möchte, kann dies auf der angrenzenden mit Tischen und Bänken ausgestatteten Rastfläche tun.
Auf der Straße weitergehend erreicht man die sog. „Kasernen von Strino“. Hier errichtete die k.u.k. Armee, geschützt vor der italienischen Artillerie ein Lager mit Kasernen, Depots und einem Feldlazarett. Heute sind noch die Spuren von drei größeren Gebäuden zu sehen, einige Barackenfundamente sowie Reste von Wachposten, Latrinen und Schächten.
Auf der Straße, die zum Werk Tonale führt gelangt man ebenfalls an zahlreichen ehemaligen Wachposten vorbei, Stollen aus Beton oder einfach in den Fels gehauene Unterstände zum Schutz der Soldaten und kleinerer Geschütze. Wenn man sich dem Sperrwerk nähert, erkennt man Spuren von ehemaligen Schützengräben, die als letzte Verteidigungslinie dienten.
Zwischen 1907 und 1913 auf 2096 m Höhe erbaut, war Forte Zacarana-Werk Tonale das modernste und effizienteste der zur Sperrgruppe Tonale gehörenden Sperrwerke. Von hier aus kontrollierte man den breiten Sattel des Tonalepasses, die Monticellokette und den majestätisch aussehenden Bereich zwischen Presanella, Busazza und der Gipfelkette, die den Presenagletscher umringt. Für den Bau der Anlage wurde Beton als Baumaterial verwendet, auf dem Werksverdeck befanden sich vier drehbare Panzerkuppeln aus Stahl mit den darunter liegenden Haubitzen und Kanonen. Die Werksbesatzung bestand aus 163 Mann und 4 Offizieren. Ein aus Stahlbeton errichteter Stollen verband das Werk mit einem vorgeschobenen Posten; die dem Tonale zugewandte Seite (die Angriffsrichtung eines eventuellen italienischen Angriffes) war durch einen Werksgraben geschützt, der mit Stützmauern verstärkt war.
Auch dieses Sperrwerk ist heute zu einer Ruine zerfallen. Bei der Alteisengewinnung und dem Versuch die Stahlpanzerungen zu entfernen, wurde die Abdeckung bei Sprengungen zerstört. Während der Restaurierungsarbeiten von 2010 wurde das Innere der Anlage zum Teil wieder zugänglich gemacht. Die Besichtigung (nur mit Führer!) ist sehr hilfreich für das Verständnis, wie die Soldaten im Ersten Weltkrieg in solchen Werken lebten.
Der Rückweg zum Hospiz San Bartolomeo erfolgt über den SAT Weg 160 (ca. 45 Minuten). Entlang des Weges sieht man einige kaum erkennbare Spuren von ehemaligen Schützengräben.

 
 

Caserma forte Strino
Forte Mero