ACHTUNG: Im vergangenen Herbst hat ein Sturmtief erhebliche Schäden in den Tälern und Wäldern des Trentino verursacht: auf zahlreichen Wegen sind die Sturmschäden noch immer nicht oder nur zum Teil beseitigt. Wir empfehlen Ihnen deshalb, sich vor der geplanten Wanderung mit dem örtlichen Fremdenverkehrsverein oder der lokalen Sektion des Trentiner Bergsteigervereins SAT in Verbindung zu setzen, und Informationen über die Beschaffenheit des Weges einzuholen.
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Ausgangspunkt: Malga Frattasecca (1520 m)
Endpunkt: Pian della Vegaia (1950 m)
Gehzeit: 3 Stunden
Höhenunterschied: 400 m
Schwierigkeit: Wanderung
Beste Jahreszeit: Sommer
Diese Tour ist einfach und weist keine besonderen Schwierigkeiten auf. Auf dieser Wanderung erfährt man, wie die Verteidigung und die militärische Organisation dieses Abschnittes strukturiert war.
TOURBESCHREIBUNG
An der ersten Spitzkehre, der von Pejo Fonti nach Pejo führenden Straße biegt man links auf das in Richtung Lago Pian Palù führende Sträßlein ab und erreicht nach ungefähr einem Kilometer den Parkplatz bei der Malga Frattasecca (1520 m).
Man geht nun zu Fuß weiter und biegt nach ungefähr 100 m links auf die Straße zum Blockhaus Barbadifior ab (1610 m), an dem man nach ungefähr 30 Minuten anlangt. Die Anlage wurde zwischen 1906 und 1908 erbaut. Es handelt sich dabei um ein sog. Blockhaus, also eigentlich um eine Kaserne, die auch für defensive Aufgaben genutzt werden konnte und aus Beton errichtet und mit Panzerplatten verstärkt worden war. Das Blockhaus war mit 2 Kanonen und 4 Maschinengewehren bewaffnet und sollte eventuelle italienische Vorstöße vom Passo Montozzo – Passo della Sforzellina oder Colle degli Orsi aufhalten. Auf der gegenüberliegenden Talseite war der Bau des Werkes Montozzo geplant, das aber nicht realisiert wurde. Im Jahre 1914 wurde Barbadifior mit zusätzlichen Verteidigungsbauten verstärkt, wie Schützengräben, Stollenanlagen und Artilleriestellungen, von den noch Spuren in der Umgebung erhalten geblieben sind. Während des Krieges spielte die Anlage keine wichtige Rolle, da sie zu weit von der Front entfernt lag. Wie die anderen Werke der Sperrgruppe, wurde es nach 1930 bei der Alteisengewinnung zerstört und ist daher heute nur noch als Ruine erhalten geblieben.
Vom ehemaligen Blockhaus geht man in westlicher Richtung weiter. Eine Brücke führt über den Bach Noce auf die andere Talseite. Es geht nun wieder bergauf in Richtung Pian della Vegaia (1950 m). An dieser Stelle sollte das Werk Montozzo errichtet werden: die Arbeiten daran begannen im Herbst 1913, wurden aber im August 1914 eingestellt. Statt eines Sperrwerkes wurden Schützengräben und zur Unterbringung von Waffen und Munition Stollen in den Fels gegraben. Am Pian della Vegaia waren Befehlsstände untergebracht, es war aber zugleich auch das logistische Zentrum in diesem Abschnitt: es wurden Baracken für die Soldaten, Nachschublager, Sägewerke, Backöfen, Schlächtereien, Krankenstationen und eine Kapelle errichtet. Auf diese Weise entstand ein kleines Dorf, dass vollständig aus Holz errichtet worden war, in dem bis zu 600 Mann untergebracht waren. Telefonleitungen stellten Verbindungen zu allen Stützpunkten der vordersten Linie und zu den Sperrwerken am Tonale her. Ein Felsvorsprung schützte die dort stationierten Soldaten vor dem Beschuss durch die italienische Artillerie, die vom Monte Ercavallo das ganze Tal beherrschte.
Der Rückweg erfolgt über die zwischen 1910-11 errichtete Zugangsstraße, die für das geplante Werk Montozzo angelegt und in der Folge erweitert und 1914 mit Hilfe serbischer und russischer Kriegsgefangenen ausgebaut worden war. Die sechs Kilometer lange Verbindung sollte mit jeglichem Fahrzeug und Waffensystem befahren werden können und wurde deshalb sehr sorgfältig angelegt. Die Steigung war konstant, sie war fast 3 Meter breit, gepflastert, mit kleinen Kanälen versehen, über die das Wasser abfließen konnte und verfügte über breite und flach angelegte Spitzkehren. Entlang der Straße trifft man auf eine Reihe kavernierter Wachposten.
Über sie wurden die Soldaten in der vordersten Linie mit Waffen und Verpflegung versorgt. Der Transport erfolgte nachts und wurde von Soldaten übernommen. Gelegentlich wurden aber auch Frauen aus dem Dorf eingesetzt, die aufgerufen wurden mit einem Gespann Ochsen oder Kühen zum Ziehen der Karren vorstellig zu werden. Nachdem man zum Parkplatz zurückgekehrt ist, kann man im Ort Pejo den Tag mit dem Besuch des Museums „Pejo 1914-1918. Der Krieg vor der Haustür“ und dem naheliegenden Soldatenfriedhof San Rocco abschließen. In letzterem sind die sterblichen Überreste der von einigen Jahren auf der Piz Giumela geborgenen Kaiserschützen bestattet worden.









