ACHTUNG: Im vergangenen Herbst hat ein Sturmtief erhebliche Schäden in den Tälern und Wäldern des Trentino verursacht: auf zahlreichen Wegen sind die Sturmschäden noch immer nicht oder nur zum Teil beseitigt. Wir empfehlen Ihnen deshalb, sich vor der geplanten Wanderung mit dem örtlichen Fremdenverkehrsverein oder der lokalen Sektion des Trentiner Bergsteigervereins SAT in Verbindung zu setzen, und Informationen über die Beschaffenheit des Weges einzuholen.
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Ausgangspunkt: Malga Table, 1616 m
Endpunkt: Malga Table
Gehzeit: 3 Stunden
Höhenunterschied: 450 m
Schwierigkeit: leicht
Beste Jahreszeit: Sommer
Cima Pissola wurde in den ersten Kriegstagen von italienischen Truppen besetzt und besitzt heute noch zahlreiche Spuren und Stellungen aus dieser Zeit. Die Tour führt durch eine hochalpine Landschaft auf der man auf zahlreiche Reste von Laufgräben, Baracken, Beobachtungsposten, Schützengräben und Artilleriestellungen stößt.
In den letzten Jahren wurde die Kriegsbauten in dieser Gegend von der Gemeinde Castel Condino umfassend restauriert. Die Arbeiten konzentrierten sich auf drei bestimmte Bereiche: auf die in unmittelbarer Nähe von Castel Condino gelegenen Stellungen, die Gegend um den Monte Melino (1420 m), letzteren erreicht man zu Fuß direkt vom Ort (Höhenunterschied 600 m) oder von Boniparti (weniger als 300 m Höhenunterschied); den zwischen der Cima Pissola und der Sella di Bondolo gelegenen Bergkamm.
TOURBESCHREIBUNG
Ausgangspunkt ist die Malga Table (1616m), die man auf einer asphaltierten Straße von Castel Condino aus erreicht und an Boniparti vorbeiführt. Bei der Alm befindet sich eine Informationstafel aus Holz, auf der Wandervorschläge illustriert sind, inklusiver der Gehzeiten und der anzutreffenden Sehenswürdigkeiten.
Um zur Cima Pissola (2062 m) zu gelangen, folgt man bei der hier vorgeschlagenen Route der Schotterstraße in Richtung Malga Pissola (Weg Nr. 251). Nach ungefähr 10-15 Minuten Gehzeit biegt man auf einen ziemlich steilen durch den Wald führenden Weg ab (Wegweiser 251, südwestlicher Kamm der Cima Pissola). Nach 45 anstregenden Minuten erreicht man den Gipfel: auch wenn der Berg nur eine bescheidene Höhe besitzt, hat man von hier oben eine durchaus bezaubernde Aussicht. Neben dem Gipfelkreuz befindet sich ein Ausguck aus wetterfestem Stahl mit dessen Hilfe sich die einzelnen Punkte der gegnerischen Front identifizieren lassen: im Norden jenseits des Valle di Daone der „Dosso dei Morti“, der Re di Castello, der Adamellogletscher, der Südwestgrat des Carè Alto, die Brentagruppe, der nahe gelegene Monte Cadria, die Kette des Monte Baldo und andere im südlichen Trentino gelegene Berge.
In der Nähe des Gipfels, sind verschiedene Reihen von Schützengräben zu sehen und eine zementierte Bettung für ein Flugabwehrgeschütz. Knapp unterhalb des Gipfels liegen drei Kavernen mit Beobachtungsposten und Schießscharten für Maschinengewehre. Beim Abstieg folgt man den grasbewachsenen Kamm auf einem auszumachenden, aber nicht offiziell ausgewiesenen Weg. In diesem Bereich trifft man auf Spuren von Lauf- und Schützengräben und zahlreiche Artilleriebeobachtungsposten. Es kam hier nie zu einem Kampf Mann gegen Mann, der Gegner blieb stets auf den Bergen der gegenüberliegenden Talseite, so dass der Krieg hier aus der Entfernung ausgefochten wurde.
Auf dem Rückweg kommt man an einigen Gebäuden vorbei, die alle vom Schutt und der Vegetation befreit wurden und wieder besichtigt werden können. Bei einem dieser Gebäude wurde das Dach mit originalem, zeitgenössischem Wellblech rekonstruiert.
Eine Granitskulptur, die drei Wölfe darstellt, erinnert an die italienischen Infanteriebrigade Toskana den sog. „Wölfen“, die diesen Frontabschnitt bis Anfang 1916 besetzt hielten.
Die reizvolle Wanderung setzt sich für einige hundert Meter inmitten der Wiesen fort, bis man auf einen flachen Weg stößt, der sich nach links wendet. Der Weg verbreitert sich schnell zu einer Straße, über der die nahe gelegene Malga Narone versorgt wird. Von letzterer gelangt man schnell zur Malga Table und schließt damit diese Rundtour ab.
Wie oben angedeutet, gibt es hier zahlreiche Wanderziele und Wandermöglichkeiten. Die Restaurierungsarbeiten in dieser Gegend wurden mit einer maßgebenden Veröffentlichung abgeschlossen, auf die verwiesen wird, wenn man sich mehr mit den geschichtlichen Abläufe und der wunderschönen Berglandschaft befassen möchte.
LITERATURHINWEISE
Italienischsprachige Literatur
Vittorio Tarolli - Filippo Muti, Sui sentieri dei Lupi: le difese italiane sul fronte delle Giudicarie nella Grande Guerra, Comune di Castel Condino - Ecomuseo della Valle del Chiese, 2011.









