ACHTUNG: Im vergangenen Herbst hat ein Sturmtief erhebliche Schäden in den Tälern und Wäldern des Trentino verursacht: auf zahlreichen Wegen sind die Sturmschäden noch immer nicht oder nur zum Teil beseitigt. Wir empfehlen Ihnen deshalb, sich vor der geplanten Wanderung mit dem örtlichen Fremdenverkehrsverein oder der lokalen Sektion des Trentiner Bergsteigervereins SAT in Verbindung zu setzen, und Informationen über die Beschaffenheit des Weges einzuholen.
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Ausgangspunkt: Cimego
Endpunkt: Cimego
Gehzeit: 2-3 Stunden
Höhenunterschied: 400 m
Schwierigkeit: leicht
Beste Jahreszeit: ganzjährig
Der ethnographische Weg am Rio Caino ist eine der suggestivsten Ecken im ganzen Valle del Chiese. Bei einem Besuch wird nicht nur die Geschichte der hier seit Jahrhunderten lebenden Einwohner vermittelt, sondern auch der Einfallsreichtum und die Mühen, die mit den alten Fertigkeiten und mittlerweile ausgestorbenen Berufsbilder verbunden waren.
TOURBESCHREIBUNG
Der Ausgangspunkt des ethnographischen Weges liegt an der Caffaro-Staatsstraße auf Höhe des Ortes Cimego und ist gut ausgeschildert. Von Storo kommend liegt der Weg auf der rechten Straßenseite. Er kann auch von Familien mit Kindern begangen werden, die nur an wenigen Stellen an die Hand zu nehmen sind. Die Gehzeit hängt von der Zeit ab, die man für die Besichtigung der einzelnen Sehenswürdigkeiten benötigt, die sich am Wegverlauf befinden (2,5 – 3 Stunden). Die Tour kann das ganze Jahr über durchgeführt werden. Geführte Besichtigungen sind vorher beim Konsortium „Iniziative e Sviluppo“ (Tel. 0465 670127) zu reservieren.
Nachdem man den Fluss Chiese auf einer beeindruckenden Hängebrücke im tibetanischen Stil überquert hat, trifft man sofort auf die ersten alten Gebäude in denen das Wasser des Rio Caino für eine Schmiede und für die Herstellung von Kalk genutzt wurde. Auf die Besichtigung der für die Holzverarbeitung benutzten Werkzeuge und vor allem der alten Mühle wird ausdrücklich verwiesen.
Entlang des Weges sind zahlreiche Hinweistafeln aufgestellt, die mit den Namen der hier im Wald zu findenden Pflanzen und Bäume versehen sind. Darunter befinden sich nicht nur Buchen, Tannen oder Lärchen, sondern auch Kräuter und Heilpflanzen mit denen die Hexe „Brigida“ im Spätmittelalter Giftmixturen hergestellt hat, um damit schwernötige Ehemänner und buhlende Liebhaber aus dem Weg zu räumen. In der Nähe des Hauses der Hexe Brigiada sieht man immer wieder auf den nahe gelegenen Idrosee und die Berge der Brescianer Voralpen.
Wenn die Hexe Brigiada mit ihren Giftmixturen zwischen Legende und Geschichte in lang zurückliegenden Jahrhunderten angesiedelt ist, erinnern die im oberen Bereich des Weges liegenden Schützen- und Laufgräben aus dem Ersten Weltkrieg an jünger zurückliegende und dramatischere Ereignisse.
Bei Ausbruch des Krieges entschlossen sich die österreichische Stäbe die eigenen Truppen von der Reichsgrenze bei Ponte Caffaro zurückzuziehen, da die Sperrgruppe von Lardaro größere Sicherheiten bot. Die Kriegsbauten, die man am ethnographischen Weg am Rio Caino antrifft, wurde daher von italienischen Soldaten errichtet, die in den ersten Kriegstagen schrittweise die Orte Lodrone, Bondone, Darzo, Storo, Condino, Brione, Cimego und Castel Condino besetzten, ohne dabei auf bedeutenden Widerstand zu stoßen.
Man kann in eine (rekonstruierte) Kommandobaracke hinein gehen in der einige Objekte ausgestellt sind, die man in der Umgebung gefunden hat (Stacheldraht, Essgeschirr, Patronenhülsen). Neben der Baracke befindet sich ein Brunnen aus Zement, der vom II. Sappeur-Regiment für das 124. Infanterie-Regiment Chieti errichtet wurde. Nach der Kommandobaracke beginnen eine Reihe von gedeckten Laufgräben aus Stahlbeton mit Schießscharten für die Infanterie und zur Beobachtung des Gegners. Die Laufgräben wurden gesäubert und wieder begehbar gemacht; nur die letzten zwei sind teilweise eingestürzt und deshalb nicht vollständig begehbar. Am Ende der Laufgräben befindet sich eine Kanone vom Kaliber 75 mm und eine Informationstafel mit zeitgenössischen Fotografien (1915), auf der der Frontverlauf beider Seiten entlang des Tales widergegeben ist.
Von den Schützengräben erreicht man in wenigen Minuten die Malga Caino, der höchste Punkt und gleichzeitig auch der Umkehrpunkt des ethnographischen Weges. Während des Abstieges stößt man auf ein weiteres Geschütz. Man geht weiter bis man wieder an der alten Mühle und an der Schmiede angelangt ist.










