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Die Schützengräben des Bosco Caproni - Massone di Arco

Trincee Bosco Caproni

ACHTUNG: Im vergangenen Herbst hat ein Sturmtief erhebliche Schäden in den Tälern und Wäldern des Trentino verursacht:  auf zahlreichen Wegen sind die Sturmschäden noch immer nicht oder nur zum Teil beseitigt. Wir empfehlen Ihnen deshalb, sich vor der geplanten Wanderung mit dem örtlichen Fremdenverkehrsverein oder der lokalen Sektion des Trentiner Bergsteigervereins SAT in Verbindung zu setzen, und Informationen über die Beschaffenheit des Weges einzuholen.
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Ausgangspunkt: Massone
Endpunkt: Massone
Gehzeit: 2 Stunden
Höhenunterschied: 300 m
Schwierigkeit: einfach
Beste Jahreszeit: ganzjährig

Die Schützengräben von Massone sind Teil eines historischen Rundweg, der gleichzeitig auch Naturlehrpfad und von außergewöhnlicher Schönheit ist. Das als „Bosco Caproni“ bezeichnete Areal, trägt diesen Namen, da es einst der gleichnamigen Familie gehörte, unter deren Familienmitgliedern sich der berühmte Pionier der Luftfahrt Gianni Caproni befindet, der 1886 in Massone geboren wurde. Im Jahre 1996 hat die Gemeinde Arco dieses Areal von den Erben des 1957 verstorbenen Gianni Capronis erworben und ab 2004 wurde von der Provinz Trient der historisch-naturalistische Rundweg Bosco Caproni für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

TOURBESCHREIBUNG
In Massone angelangt, das vom nahegelegenen Bolognano aus erreichbar ist, folgt man den Wegweisern zum Klettergarten Policromuro (Falesie di policromuro): diese sind bei Sportkletteren aufgrund der natürlichen und beindruckend zum Tal abfallenden Wände sehr beliebt. Der Bosco Caproni erstreckt sich auf einem Areal von 44 Hektar Größe zu Füßen der Westhänge des Monte Stivo.
Die Anziehungspunkte auf diesem für jedermann geeigneten Rundweg sind vielseitig: was die Flora betrifft finden sich hier die am nördlichsten in Europa anzutreffenden Steineichenwälder, Olivenbäume, Spontanvegetation (Brombeere, Hainbuche, wilde Kirsche) sowie im oberen Teil Kastanienbäume sind hier ebenso anzutreffen. Von besonderem Interesse sind auch die Oolithgruben, die in den Fels des Dosso di Vastrè (oder Monte Patone) gehauen wurden und aus denen ein weißer Stein gewonnen wurde, der auch als Skulpturstein bezeichnet wurde und in der Vergangenheit zur Dekoration von Säulenenden, beim Bau von Altären oder Schreinen benutzt wurde. Aus diesem Stein wurden die Statuen gemeißelt, die sich auf der Brücke Taro in Parma befinden, aber auch der Brunnen auf dem Domplatz in Trient, die Statuen auf dem Prato della Valle in Padua und einige Statuen der Pfarrkirche in Arco sowie das Bildnis des Moses in Arco wurden aus diesem Stein hergestellt. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ging der Abbau sehr stark zurück und im Zweiten Weltkrieg wurden die Gruben als Luftschutzunterstände von den Einwohnern von Massone und San Martino genutzt.
Entlang des Weges sieht man häufiger Spuren der Karstbildung, die sich durch gefurchte und mit tiefen Spalten versehene Felsplatten auszeichnet.

Wenn man kurz vom Weg abweicht und den Wegweisern „Percorso delle trincee“ folgt, kann man ein ausgedehntes Netz von Schützengräben besichtigen, das von den österreichisch-ungarischen Stäben zur Kontrolle des Sarcatals angelegt wurde. Von hier aus hat man herrliche Ausblicke auf die Burg von Arco, den Monte Brione, auf die Orte Dro und Ceniga und die gewaltigen Felsabstürze des Sarcatals.
Die Schützengräben bestehen aus sehr filigranen Trockenmauern und zeugen von der Sorgfältigkeit und Fertigkeit mit denen sie angelegt wurden. Die Basis der Gräben wurde dagegen in den Fels gehauen.
Die Schützengräben des Bosco Caproni konnten restauriert werden dank der gemeinsam von der Alpinisektion Arco, von den Freiwilligen des Vereins NU.VOL.A. und von deutschen Reservisten aus Oberhessen geleisteten Arbeit. Die Städtepartnerschaft zwischen Arco und Schotten besteht seit mehr als 50 Jahren (1960). In deren Rahmen hat sich eine Freundschaft zwischen der Alpinisektion Arco und der Kreisgruppe des Reservistenvereins Oberhessen herausgebildet. Das oberste Ziel beider Vereine ist die Völkerverständigung und die Förderung des Friedens. Im Jahre 2008 wurde zum 80. Gründungstag der Alpinisektion Arco die Partnerschaft mit der Kreisgruppe Schotten offiziell besiegelt. Alpini, Reservisten aus Deutschland und Freiwillige des Vereins NU.VOL.A haben Seite an Seite die Schützengräben im Bosco Caproni von der Vegetation befreit und restauriert, und somit der Bevölkerung des oberen Gardasees ein wertvolles Stück ihrer Geschichte zurückerstattet.

LITERATURHINWEISE
Italienischsprachige Literatur
Bosco Caproni (Arco-Trento): guida al percorso storico naturalistico, testi di Francesco Rigolbello, Fiorenza Tisi, Romano Turrini, Museo tridentino di Scienze Naturali, Trento 2004

 

 
 

Trincee Bosco Caproni