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Dosso Alto di Nago_Malga Zures_Tamburini

ACHTUNG: Im vergangenen Herbst hat ein Sturmtief erhebliche Schäden in den Tälern und Wäldern des Trentino verursacht:  auf zahlreichen Wegen sind die Sturmschäden noch immer nicht oder nur zum Teil beseitigt. Wir empfehlen Ihnen deshalb, sich vor der geplanten Wanderung mit dem örtlichen Fremdenverkehrsverein oder der lokalen Sektion des Trentiner Bergsteigervereins SAT in Verbindung zu setzen, und Informationen über die Beschaffenheit des Weges einzuholen.
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Bereich: Valle di Ledro und Alto Garda
Ausganspunkt: Malga Zures, 706 m
Endpunkt: Malga Zures, 706 m, höchster Punkt Dosso Casina 979 m
Schwierigkeit: Wanderung
Beste Jahreszeit: Frühjahr bis Herbst
Schutzunterkünfte: Hütte der Alpinisektion Torbole

Auch auf dieser Exkursion trifft man auf zahlreiche Resten von Stellungen und Kriegsbauten, darunter sei insbesondere die Feldküche am Sasso Sega genannt. In Anbetracht des sich abzeichnenden Krieges mit Italien entschloss sich die österreichisch-ungarische Armee die Front zurückzunehmen und den südlichen Teil und den Gipfelbereich des Monte Baldo aufzugeben, um sich auf leichter zu verteidigende Positionen entlang der Linie Torbole, Malga Zures und Passo San Giovanni zurückzuziehen.
Der Dosso Alto fiel fast sofort nach Kriegsbeginn in die Hände der Italiener. Am 15. Juni 1918 gelang es k.u.k. Truppen ihn wieder in Besitz zu nehmen, bis er am 3. August endgültig verloren ging. Malga Zures verblieb dagegen immer unter österreichischer Kontrolle. Hier stehen Gedenksteine zur Erinnerung an die hier beim italienischen Angriff am 30. Dezember 1915 gefallenen Trentiner Irredentisten. In diesem Bereich des Monte Baldo operierten noch andere Formationen, die durchaus einer Erwähnung wert sind. So wurde eine Division tschechischer Deserteure, die Anfang 1918 gebildet worden war, während der sog. Junischlacht in diesem Frontabschnitt eingesetzt. Diese wehrte am 21. September 1918 auch einen österreichischen Angriff auf den Dosso Alto erfolgreich ab. Bei dieser Aktion wurden 11 Tschechen gefangen genommen und von den Österreichern wegen Hochverrates hingerichtet.
Kurios, aber hilfreich für das Verständnis des politischen und kulturellen Klimas zu Beginn des 20. Jahrhunderts, ist auch die Geschichte des Freiwilligen lombardischen Radfahrer- und Automobilistenbataillons, in dem zahlreiche Exponenten der futuristischen Bewegung dienten. Diese setzten sich bereits nach der italienischen Neutralitätserklärung von 1914 bis zum definitiven Kriegseintritt Italiens lautstark für eine Intervention ein. Im Oktober 1915 wurden sie auf den Baldo verlegt und nahmen an der Besetzung des Dosso Casina teil. Auf einem bekannten zeitgenössischen Foto erkennt man dort Filippo Tommaso Marinetti und Umberto Boccioni.

TOURBESCHREIBUNG
Auf der von Nago aus startenden Monte Baldo Straße fährt man für ca. 10 km bis zur Malga Zures, bei der man auch das Auto abstellen kann. Nachdem nach der Malga links auf die Schotterstraße abgebogen ist, stößt man umgehend auf die Gedenksteine der hier 1915 gefallenen Trentiner Irrdentisten. Man folgt weiter dem „Sentiero della Memoria“ bis zur ehemaligen italienischen Feldwache am Sasso Sega auf 840 m Höhe. Hier sind einige bedeutende Ruinen und eine Inschrift des Alpinibataillons Monviso zu sehen. Der Weg kreuzt danach eine steileren breiteren von Nago kommenden Weg auf dem man links abbiegt. Es geht einige Minuten bergab bis zu einem Baum, der mit den Wegfarben markiert ist und zu einem daneben liegenden Felsbrocken mit einigen Kriegsüberbleibseln. Hier hält man sich rechts, um zum Dosso Alto aufzusteigen.
Man kehrt auf dem gleichen Weg bis zu einem Abzweig mit dem Wegweiser „Dosso Casina“ zurück. Dieser Richtung folgt man und erreicht die Reste eines ehemaligen Soldatenfriedhofs mit Grabsteinen und Inschriften. Es geht mitten durch den Wald an Schützengräben, an der ehemaligen Feldküche am Sasso Sega und an der italienischen Feldwache am Dos de la Zoca (904 m) vorbei. Man steigt bis zum einem Weg auf, der sanft zur asphaltierten Straße abfällt, die von Nago hier herauf und zum Weg Nr. 601 führt. Über einen kurzen Umweg nach links gelangt man zur Hütte der Alpinisektion Torbole und anschließend zu einer Kapelle, die von den Alpini 1916 errichtet wurde. Hinter dem Gebäude führen die Wegweiser zum Dosso Casina von dem man einen herrlichen Ausblick auf den Gardasee hat. Wenn man zum Weg 601 zurückgekehrt ist, folgt man diesem in Richtung Malga Zures, um zum Ausgangspunkt der Tour zurück zu gelangen.

LITERATURHINWEISE
Italienischsprachige Literatur
- Tiziano Bertè, Arditi e Alpini sul Dosso Alto di Nago (1915-1918), Museo Storico italiano della Guerra, Rovereto, 2005
- Mauro Zattera, Donato Riccadonna, Sentieri di confine: l’Alto Garda e Ledro nella Prima guerra mondiale, Associazione Riccardo Pinter, Museo Storico italiano della Guerra, Rovereto, 2008
- Dario Bellini (a cura di), Con Boccioni a Dosso Casina. I testi e le immagini dei futuristi in battaglia, Nicolodi, Rovereto, 2006
- Giovanni Fioroni, La Valle di Gresta e la Valle del Cameras nella prima guerra mondiale 1915-1918, Museo Storico Italiano della Guerra, Rovereto, 1988

 

 
 

Dosso Alto di Nago_Lapidi commemorative,sullo sfondo Mori_MGR