ACHTUNG: Im vergangenen Herbst hat ein Sturmtief erhebliche Schäden in den Tälern und Wäldern des Trentino verursacht: auf zahlreichen Wegen sind die Sturmschäden noch immer nicht oder nur zum Teil beseitigt. Wir empfehlen Ihnen deshalb, sich vor der geplanten Wanderung mit dem örtlichen Fremdenverkehrsverein oder der lokalen Sektion des Trentiner Bergsteigervereins SAT in Verbindung zu setzen, und Informationen über die Beschaffenheit des Weges einzuholen.
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Bereich: Valle di Ledro und Alto Garda
Ausgangspunkt: Bocca del Creèr, Rifugio Graziani 1617 m
Endpunkt: Bocca del Creèr, Rifugio Graziani 1617 m, höchster Punkt Monte Altissimo di Nago 2079 m
Höhenunterschied: 460 m
Gehzeit: 3 Stunden
Schwierigkeit: Wanderung
Einkehrmöglichkeit: Rifugio Graziani (Tel. 0464 8670095), Rifugio Damiano Chiesa (Tel. 0464 867130)
Mit dieser reich an Panoramen und ohne jede Schwierigkeiten zu begehende Tour, lässt sich der Gipfelbereich des Monte Altissimo entdecken.
Zwischen dem Gardasee und dem Lagarinatal gelegen, sollte der Monte Altissimo nach Plänen des Geniestab der k.u.k. Armee ein Bestandteil der Verteidigungslinie im südlichen Tirol werden. Allerdings war er bei Ausbruch des Krieges noch nicht fortifikatorisch ausgebaut gewesen, so dass die österreichisch-ungarischen Kommandostellen sich dazu entschlossen die Front zu verkürzen und die Verteidigungslinien zurückzuverlegen. Das ganze Massiv des Monte Baldo wurde dabei aufgegeben. Die Italiener besetzten den Gipfel des Monte Altissimo bereits Ende Mai 1915 und kamen dadurch in den Besitz eines ausgezeichneten Beobachtungspunktes mit Sicht auf Riva del Garda, das Sarca- und das Lagarinatal. Heute sind auf dem Areal zahlreiche Spuren von Stellungen, Schützengräben und Artilleriestellungen zu sehen, aber auch Straßen, Saumwege und Reste anderer Kriegsbauten sind erhalten geblieben.
TOURBESCHREIBUNG
Um zum Ausgangspunkt der Tour, der Bocca del Creèr, zu gelangen, fährt man von Mori über Brentonico zum Passo San Valentino. Kurz vor Erreichen des letztgenannten Passes erkennt man links der Straße einige große Felsblöcke mit Schießscharten, die von italienischen Soldaten realisiert wurden. Am Pass kann man auf der rechten Seite eine Steele ausmachen mit einem Steinrelief aus dem 17. Jhdt., die dem Hl. Valentin gewidmet ist, so wie ein Gedenkstein von der 1. Italienischen Armee aus dem Jahre 1917. Am Rand der Feriensiedlung finden sich die Reste eines kleinen Soldatenfriedhofs, in dem um die 30 italienische Soldaten bestattet wurden, die am 13. Dezember 1916 von einer Lawine verschüttet worden waren. Hier wurden auch Gedenksteine und Erinnerungstafeln von anderen Örtlichkeiten zusammengetragen. Auf der von italienischen Truppen erbauten Straße, die zur Bocca del Creèr führt, fährt man durch zwei Tunnels hindurch in denen sich einige Beobachtungsposten noch besichtigen lassen. In der Nähe der Malga Tolghe befand sich während des Krieges eine Pumpstation, die Wasser aus einer naheliegenden Quelle auffang und in ein höher gelegenes Sammelbecken pumpte, von dem das Wasser über Leitungen verteilt wurde.
Nach Erreichen der Bocca del Creèr stellt man das Auto am Rifugio Graziani (1617 m, Tel. 0464 8670095) ab und begibt sich auf die von Soldaten errichtete Schotterstraße, die zum Rifugio Damiano Chiesa führt. Auf halber Strecke sind zwei Betonfundamente zu erkennen, die von einer der vier auf dem Baldo errichteten Seilbahnen stammen.
Nach einer wohlverdienten Rast im gemütlichen Rifugio des Trentiner Bergsteigervereins, das den Namen des aus Rovereto stammenden Trentiner Irredentisten Damiano Chiesa trägt (Tel. 0464 867130), geht es bis zum nahen Gipfel (2079 m), von dem man nach dem anstrengenden Anstieg eine herrliche Aussicht auf den Gardasee genießt. Nördlich des Rifugios kann man zahlreiche Schützengräben (z.T. restauriert), in den Fels getriebene Unterstände und einige Stollen (zwei davon können mit etwas Vorsicht und mit einer Taschenlampe ausgerüstet begangen werden) besichtigen. Es gibt hier auch zahlreiche Geschützstellungen: die kreisförmigen dienten für die Fliegerabwehr; andere Geschütze mittleren Kalibers hatten die Aufgabe die österreichisch-ungarischen Stellungen am Nordufer des Gardasees, im Valle di Gresta und auf dem Zugna unter Beschuss zu nehmen, sowie die Eisenbahnverbindung zwischen Calliano und Rovereto zu unterbrechen.
Der Rückweg erfolgt auf dem sog. Höhenweg des Monte Baldo (Weg Nr. 622, Richtung San Giacomo). Diesen schlägt man vom Rifugio aus kommend gleich links ein. In der Nähe der Bocca Paltrane (1831 m) sind zahlreiche Kavernen, Ruinen von Baracken und Artilleriestellungen zu sehen. Nach Erreichen der Malga Campo (1635 m) kann man dort nochmals eine kurze Rast einlegen und die selbst hergestellten Käseprodukte probieren. Nur ein paar Minuten entfernt liegt der Gipfel des Monte Campo, auf dem sich Reste von Schützengräben, ein in den Fels getriebener Unterstand und ein großes weißes Kreuz befinden, das zum Gedenken an die im Krieg Gefallenen errichtet wurde. Der weitere Rückweg zur Bocca del Creèr erfolgt auf der Schotterstraße (Weg Nr. 650) in ca. 30 Minuten.
ALTERNATIVER WEG – AUSGANGSPUNKT SAN GIACOMO
Bereich: Valle di Ledro und Alto Garda
Ausgangspunkt: Località San Giacomo, 1196 m
Endpunkt: Località San Giacomo, 1196 m, höchster Punkt Monte Altissimo 2079 m
Gehzeit: 6 Stunden
Höhenunterschied: 833 m
Schwierigkeit: Wanderung
beste Jahreszeit: von Ende Mai bis Oktober
Einkehrmöglichkeit: Rifugio Damiano Chiesa, (Tel. 0464 867130) und Rifugio Graziani, (Tel 0464 867005)
Als alternative Aufstiegsvariante bietet sich der Weg an, der in der Vergangenheit von den Bewohnern von Brentonico benutzt wurde. Man lässt das Auto in San Giacomo stehen und folgt einem Saumweg, der mit der Weg Nr. 622 ausgewiesen ist und bald zu einem schmalen Weglein wird. Der erste steile Teil führt auf eine aussichtsreiche Wiesenkuppe und von hier zu einem Waldstück von dem man aus den Monte Campo erreicht. Den Grat aufsteigend gelangt man zur Malga Campo (1630 m) und dann – dem Weg 622 weiter folgend – zum grasbewachsenen Pass der Bocca Paltrane (1831 m) von der man ein schönes Panorama auf die Adamello- und die Brenta-Gruppe genießt. Ab hier trifft man immer wieder auf Kriegsspuren, Ruinen von Unterkünften und Barackenlagern. Der Weg setzt sich in westlicher Richtung fort und steigt auf dem nordöstlichen Grat des Altissimo an. In kürze erreicht man das Rifugio Damiano Chiesa.
Der Rückweg erfolgt auf der Schotterstraße, die vom Rifugio Damiano Chiesa zum Rifugio Graziani und zur Bocca del Creèr hinunterführt. An der Bocca del Creèr hält man sich links und folgt dem Weg Nr. 633. Nach ca. einer einstündigen Wanderung durch Wiesen und Wälder erreicht man die Asphaltstraße zwischen San Valentino und San Giacomo. Hier geht es links bergauf und in kürze ist man wieder in San Giacomo.
LITERATURHINWEISE
Italienischsprachige Literatur
Eugenio Cipriani, Monte Baldo: guida turistico-escursionistica, Athesia, Bolzano, 1993
Ovidio Menegus, La prima guerra mondiale sul Monte Baldo, Meschini, Rovereto, 1989







