ACHTUNG: Im vergangenen Herbst hat ein Sturmtief erhebliche Schäden in den Tälern und Wäldern des Trentino verursacht: auf zahlreichen Wegen sind die Sturmschäden noch immer nicht oder nur zum Teil beseitigt. Wir empfehlen Ihnen deshalb, sich vor der geplanten Wanderung mit dem örtlichen Fremdenverkehrsverein oder der lokalen Sektion des Trentiner Bergsteigervereins SAT in Verbindung zu setzen, und Informationen über die Beschaffenheit des Weges einzuholen.
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Bereich: Hochflächen von Folgaria, Lavarone und Lusern
Ausgangspunkt: Passo Coe, 1610 m
Endpunkt: Monte Maggio, 1853 m
Gehzeit: 3 Stunden
Höhenunterschied: 243 m
Schwierigkeit: Wanderung
Beste Jahreszeit: Sommer, Herbst
Einkehrmöglichkeiten: Rifugio Coe Tel. 0464 721754; Rifugio La Stua Tel. 0464 720410
Leichte für jedermann geeignete Tour: für Geschichtsinteressierte, Trekking- und Naturliebhaber. Das Ziel der Wanderung ist eine Gegend, um die bereits bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges gerungen wurde: der Monte Maggio, auf dessen Kamm die Grenze zwischen dem Österreichischen Kaiserreich und dem Königreich Italien verlief.
Bereits zu Kriegsbeginn ab dem 25. Mai 1915, wandte der italienische Generalstab hier eine offensive Taktik an, die sich in heftigem Artilleriebeschuss von den italienischen Stellungen auf dem Monte Toraro und Campomolon und anschließenden Infanterieangriffen, die zwischen dem 31. Mai und dem 1. Juni vorgetragen wurden, äußerte. Die italienischen Soldaten griffen vom Passo Borcola und vom Coston dei Laghi kommend an, wurden aber auf der Kote 1820, knapp unterhalb des Gipfels aufgehalten.
Das Kriegsglück wendete sich im Jahr darauf, als es den österreichischen Truppen gelang, die mittlerweile verloren gegangene Spitze des Monte Maggio am Abend der 17. Mai 1916 während der sog. Strafexpedition, die Erzherzog und Thronfolger Karl vom Monte Cornetto aus persönlich verfolgte, zurückzuerobern. Die Offensive zwang die Italiener auch zur Aufgabe ihrer Stellungen auf dem Monte Toraro und Campomolon. Um die Geschütze auf Campomolon nicht in feindliche Hände fallen zu lassen, sprengte sie der italienische Oberleutnant Ferrario in die Luft und opferte dafür sein Leben.
TOURBESCHREIBUNG
Nachdem man Folgaria erreicht hat, fährt man noch 7 Kilometer bis zum Passo Coe (1610 m) weiter. Hier stellt man das Auto ab und schlägt den Weg Nr. 124 ein, der in diesem Abschnitt parallel zum europäischen Fernwanderweg E5 und zum Friedensweg verläuft. Der Gipfel des Monte Maggio, ist bereits mit seinem metallenen Gipfelkreuz zu erkennen. Nach ungefähr einer halben Stunde Gehzeit mündet der Weg auf eine Straße, die von der Malga Zonta (1653 m) kommend in einer weiteren halben Stunde bis zum Gipfel führt.
Die Aussicht, die man von hier aus hat ist großartig: der Blick reicht auf die Pasubiogruppe mit dem Col Santo, der Cima Palon, der italienischen und der österreichischen Platte (im Ital. Dente Italiano und Dente Austriaco). Erwähnenswert auch das Panorama in Richtung der venezianischen Tiefebene, mit dem immer mehr sich weitenden Blick je niedriger die Berge werden. Der Gipfel des Monte Maggio ist auch über die ehemalige österreichische Militärstraße zu erreichen, die von Fondo Piccolo auf der westlichen Hangseite oberhalb des Valle di Terragnolo entlangführt.
Für den Rückweg bietet sich die bereits beim Hinweg benutzte Strecke an.
Als Alternative kann man aber auch der Militärstraße folgen und sich rechts in Richtung Kote 1653 m halten – statt links dem Weg 124 zu folgen, der zum Passo Coe zurückführt (die Gehzeit verlängert sich bei dieser Variante um eine Stunde). Man erreicht schließlich die Malga Zonta, wo im August 1944 17 Männer darunter Partisanen und Almhirten von den Nazis erschossen wurden. In der Nähe sind einige Einrichtungen einer ehemaligen NATO Basis erhalten, die in den sechziger Jahren während des Kalten Krieges errichtet wurden und in denen heute ein Museum mit dem Namen „Base Tuono“ untergebracht ist.
LITERATURHINWEISE
Deutschsprachige Literatur
Hans-Dieter Hübner: Unterwegs auf historischen Spuren. Wanderungen und Exkursionen zu den Schwerpunkten der österreichisch-ungarischen Südtiroloffensive 1916. Band 2 Auf den Hochebenen von Folgaria und Fiorentini, im Laghibecken und im Posinatal, Norderstedt, 2013.
Italienischsprachige Literatur
A. Zandonati, Passo Coe 1915-1916: la Grande Guerra sugli Altipiani, Panorama, Trento 2004
F. Larcher, Folgaria Magnifica Comunità, Comune di Folgaria 1995
T. Liber, Ugo Leitempergher, (a cura di), 1914-1918, La Grande Guerra sugli Altipiani, Gino Rossato editore, Vicenza 1988
A. Forrer, Guida lungo la fronte austroungarica e italiana sugli altipiani di Folgaria Lavarone Luserna e Tonezza del Cimone, Rovereto 2003







