ACHTUNG: Im vergangenen Herbst hat ein Sturmtief erhebliche Schäden in den Tälern und Wäldern des Trentino verursacht: auf zahlreichen Wegen sind die Sturmschäden noch immer nicht oder nur zum Teil beseitigt. Wir empfehlen Ihnen deshalb, sich vor der geplanten Wanderung mit dem örtlichen Fremdenverkehrsverein oder der lokalen Sektion des Trentiner Bergsteigervereins SAT in Verbindung zu setzen, und Informationen über die Beschaffenheit des Weges einzuholen.
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Ausgangspunkt: Passo Manghen (2047 m)
Endpunkt: Forcella Ziolera (2250 m) – Monte Valpiana (2368 m)
Gehzeit: 3 Stunden (6 Stunden inkl. Variante)
Höhenunterschied: ca. 200 m (320 m mit Variante)
Schwierigkeit: Wanderung (die Variante ist nur für erfahrene Bergwanderer)
Beste Jahreszeit: Sommer
Während des Ersten Weltkrieges war die Gegend um den Passo Manghen, die Forcella Ziolera und den Monte Valpiana von österreichisch-ungarischen Soldaten besetzt, die von dort aus das Calamento- und das Campelle-Tal unter Kontrolle hielten. In dieser Gegend, sind immer noch zahlreiche Spuren der damaligen militärischen Präsenz zu sehen.
TOURBESCHREIBUNG
Die Tour beginnt am Passo Manghen und folgt im ersten Stück dem SAT-Weg 322, der in ungefähr 45 Minuten zur Forcella del Frate führt. Man sieht hier Reste von Schützengräben und Baracken, darunter befand sich auch die ehemalige Baracke des Militärkapellan des Standschützenbataillons Auer – ein Franziskaner – woher sich der Name der Scharte, Mönchscharte, ableitet.
Man folgt den Wegweisern weiter in Richtung Forcella Ziolera. An der Stelle an der der Weg bergab zu führen beginnt, um danach zur Scharte aufzusteigen (kurzes mit Drahtseilen gesichertes Stück), sieht man noch Barackenreste. Hier lagen einst die Feldküchen und das Bataillonskommando. In der Nähe der Scharte erkennt man die sehr gut erhaltenen Stützmauern, die unter der Straße errichtet wurden sowie die Zementfundamente der Materialseilbahn, die vom Lago delle Buse heraufkam und bis zum Monte Valpiana hinaufführte.
An dieser Stelle kann man sich entscheiden, wie man weitergehen möchte. Wer einen längeren und etwas schwierigeren Weg gehen möchte, kann die Tour in Richtung Monte Valpiana fortsetzen. Wer stattdessen wieder absteigen möchte, um zum Passo Manghen zurückzukehren, folgt den Wegweisern in Richtung Lago delle Buse.
Wählt man den Monte Valpiana als Ziel, folgt man zunächst wieder dem SAT-Weg 322. Nach ungefähr 20 Minuten Gehzeit stößt man linker Hand auf vier Geschützbettungen aus Stein und Zement der sog. „Batterie Ziolera“. Etwas weiter sieht man rechts die Ruinen des Abschnittskommandos Valpiana.
Nachdem man am Fuß der Cima Todesca angelangt ist, verlässt man den SAT-Weg und folgt einer nicht ausgewiesenen, aber eindeutigen Spur, die nach rechts in südlicher Richtung führt. Der Weg, dem man nun folgt schneidet den langen und zerklüfteten Bergkamm, der vom Hauptkamm der Lagoraigruppe wegführt und sich in südlicher Richtung erstreckt. Man geht auf der alten Mulattiera entlang, die als Zugang diente. Entlang des Weges trifft man auf die Reste zahlreicher Kriegsbauten. Der Weg ist etwas ausgesetzt und sollte mit der dementsprechenden Vorsicht begangen werden. Wenn man sich etwas oberhalb der eigentlichen Wegspur hält, sieht man die Schützengräben und Stellungen der vordersten österreichischen Linie, die aus Trockenmauern errichtet wurden und Richtung Val Campelle und den Bergen der Rava-Gruppe ausgerichtet sind. Nachdem man an einem Felsen vorbei gekommen ist, der fast in den Abgrund zu stürzen scheint und an dem sich Reste von Telefonverankerungen befinden, erreicht man in wenigen Minuten die Ruinen des sog. „Herta Miller Hauses“, ein ehemaliges österreichisches Feldlazarett, dessen Name auf einer Tafel angebracht ist. Die erhalten gebliebenen Mauern des Gebäudes wurde vor kurzem restauriert und mit einem Dach vor den Unbilden des Wetters geschützt. Unterhalb jenseits des Grates liegt der Monte Setole, auf dem sich die Italiener im Herbst 1915 festsetzen konnten und von dem sie mehrmals erfolglos die Cima Valpiana angriffen.
Man kehrt auf dem beim Hinweg benutzen Weg wieder zur Forcella Ziolera zurück.
Auf dem Rückweg folgt man dem SAT Weg 361, der der Mulattiera folgt und in ca. 30 Minuten zum Lago delle Buse führt. Am nordwestlichen Ufers des Sees sind die Reste des sog. „Casa dei trògheri“-Hauses zu erkennen. Der Name leitet sich aus dem deutschen Wort „tragen“ ab, da in diesem Gebäude russische Kriegsgefangene untergebracht waren, die als Träger für die Versorgung der Frontlinie eingesetzt wurden.
Kurz nach dem See teilt sich der Weg. Um zum Passo Manghen zurück zu gelangen, folgt man jetzt dem SAT Weg 322A, der zuerst bergab und im letzten Stück wieder bergauf führt.









