ACHTUNG: Im vergangenen Herbst hat ein Sturmtief erhebliche Schäden in den Tälern und Wäldern des Trentino verursacht: auf zahlreichen Wegen sind die Sturmschäden noch immer nicht oder nur zum Teil beseitigt. Wir empfehlen Ihnen deshalb, sich vor der geplanten Wanderung mit dem örtlichen Fremdenverkehrsverein oder der lokalen Sektion des Trentiner Bergsteigervereins SAT in Verbindung zu setzen, und Informationen über die Beschaffenheit des Weges einzuholen.
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Ausgangspunkt: Grigno
Endpunkt: Grigno
Gehzeit: 1 Stunde
Höhenunterschied: 0 m
Schwierigkeit: leicht
Beste Jahreszeit: ganzjährig
Der Ort Grigno liegt im äußersten Osten des Valsugana-Tals, an der Grenze zum Veneto. Man erreicht ihn auf der durch das Valsugna führenden Staatsstraße 47.
Zwischen den Gemeinden Cismon und Grigno, genau genommen in der Lokalität Martincelli, zog man im Mai 1866 die Grenze zwischen dem Kaiserreich Österreich und dem jungen Königreich Italien. Bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges war der Frontabschnitt im Valsugana-Tal der östlichste der fünf Frontabschnitte in welche die Front im Trentino aufgeteilt worden war. Die Österreicher schafften es nicht eine adäquate Verteidigung in diesem Abschnitt aufzubauen. Die einzigen nennenswerten Bauten, die in der Valsugana errichtet wurden, waren die Sperrwerke auf den Hügeln Tenna und Benne. Beider waren allerdings im vorherigen Jahrhundert erbaute worden und bereits veraltet, um dem Beschuss der modernen im Ersten Weltkrieg eingesetzten Artillerie widerstehen zu könnnen.
Wie im südlichen Trentino und in den Frontabschnitten im Primiero und im Vallarsa verlegten auch hier die Österreicher nach der italienischen Kriegserklärung die Widerstandslinie weiter nach hinten. Grigno wurde daher sofort von italienischen Truppen besetzt, die mit Furcht und Misstrauen empfangen wurden, da die Söhne des Ortes für die Österreicher kämpften. Die im Ort verbliebene Zivilbevölkerung wurde in das Königreich evakuiert, in das Veneto und in andere italienische Regionen.
Jetzt waren es die italienische Stäbe, die Verteidigungsstellungen ausheben ließen, die die Österreicher nicht mehr zeitgerecht errichtet hatten. Die Verteidigung wurde auf mehrere gestaffelte Feldbefestigungslinien aufgebaut, die sich auf die ganze Talsohle erstreckten und an den Bergflanken der jeweiligen Talränder endeten (Hochfläche der Sieben Gemeinden auf der einen Seite und Monte Lefre auf der anderen). Diese bestanden aus Vorposten, die als Artillerie- und MG-Stützpunkte dienten und in der Lage waren, die darunter liegenden Gräben ins Kreuzfeuer zu nehmen.
Die Sperre von Grigno, eine Art Maginotlinie, wie sie der Historiker Luca Girotto definiert hat, bestand aus zwei Teilen, mit einer ersten ungedeckten Linie, die mit Sandsäcken und Holz verstärkt war und einer zweiten, die vom sog. „Trincerone“ gebildet wurde.
Der Trincerone von Grigno ist sehr gut erhalten geblieben, da die Alteisensammlern ihn aufgrund der dort nur gering verbauten Metallteile verschonten. Die Restaurierungsarbeiten konzentrierten sich vor allem auf die Freilegung der Innenräume, dem Abtragen von Schutt und der Wiedereröffnung der Zugänge im hinteren Teil der Anlage.
Heute ist er ein einmaliges Zeugnis aus dem Ersten Weltkrieg im Valsugana, eine lange gedeckte Stellung aus Stahlbeton, mit Zugängen im hinteren Teil der Anlage, die mit Erde und Sandsäcken zusätzlich geschützt waren. Die Anlage wurde nie in Kampfhandlungen verwickelt und fiel nach der italienischen Niederlage bei Karfreit in österreichische Hände.
LITERATURHINWEISE
Italienischsprachige Literatur
Luca Girotto, Il “Trincerone di Grigno”: una “linea Maginot di Valsugana”: 1915-1917: costruzione, vita di guerra, decadenza e rinascita dello “sbarramento di Val Brenta a Grigno”









