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Monte Celva fuciliera

ACHTUNG: Im vergangenen Herbst hat ein Sturmtief erhebliche Schäden in den Tälern und Wäldern des Trentino verursacht:  auf zahlreichen Wegen sind die Sturmschäden noch immer nicht oder nur zum Teil beseitigt. Wir empfehlen Ihnen deshalb, sich vor der geplanten Wanderung mit dem örtlichen Fremdenverkehrsverein oder der lokalen Sektion des Trentiner Bergsteigervereins SAT in Verbindung zu setzen, und Informationen über die Beschaffenheit des Weges einzuholen.
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Ausgangspunkt: Passo del Cimirlo
Endpunkt: Passo del Cimirlo
Gehzeit: 30 min
Höhenunterschied: 270 m
Schwierigkeit: leicht
Beste Jahreszeit: ganzjährig

Die Berge rund um Trient erstaunen, trotz ihrer bescheidenen Höhen, immer wieder mit weitläufigen Aussichten, die sie zu bieten haben. Der Monte Celva, der nicht mal tausend Meter hoch ist (998 m), besitzt wie die Marzola und der Calisio zahlreiche Kriegsbauten und Zeugnisse aus der Zeit des Ersten Weltkrieges, die meisten davon in einem hervorragendem Erhaltungszustand. Die Besichtigungsrundgänge sind in den letzten Jahren instandgesetzt und für Interessierte und Wanderer zugänglich gemacht worden.

TOURBESCHREIBUNG
Die folgende Tour ist kurz und für jedermann geeignet, auch für Kinder. Die Besichtigungszeiten hängen von der Dauer der Pausen ab. Es gibt zahlreiche Zeugnisse der österreichischen Festungsanlagen, so dass hier nur die signifikantesten widergegeben werden.
Mit dem Auto fährt man durch die Ortsteile Villazzano, Povo und Cognola, die auf den Hängen oberhalb von Trient liegen und erreicht den Passo del Cimirlo (730 m), wo es ausreichend Parkmöglichkeiten gibt.
Um auf den Monte Celva (998 m) zu gelangen, folgt man dem SAT-Wegweisern 419. Zuerst schreitet man für einige hundert Meter auf der asphaltierten Straße weiter, bis man einen Spielplatz erreicht. Von hier führt ein Weg in fünf Minuten durch den Wald zur Batterie am Sattel Roncogno (809 m). Die Anlage wurde zwischen 1879 und 1881 im sog. „Trentiner Stil“ erbaut. D.h. es handelt sich um ein in Leichtbauweise errichtetes Werk aus Blöcken von Kalksteinen. Letztere gewann man hier aus der Umgebung. Die Anlage war bereits dreißig Jahre später völlig veraltet, als auf den Hochflächen von Folgaria und Lavarone die damals modernen Sperrwerke entstanden.
Das Areal und die Batterie wurden vor kurzem gesäubert bzw. restauriert.
Vor Ausbruch des Krieges wurde das Werk bereits in ein Depot umgewandelt, während auf dem Kamm des Monte Celva eine Reihe von Schützengräben, Verbindungsstollen, Batteriestellungen, Küchen, Zisternen entstanden sowie alles was sonst noch für die dort stationierten Soldaten und die rekrutierten Zivilarbeiter nötig war, die zwischen 1914 und 1915 wohl mehrere hundert Mann umfassten.

Unter den interessanten Bauten auf die man entlang des Weges 419 stößt, ist eine Infanteriestellung mit 15 Schießscharten zu nennen, die in Richtung Passo del Cimirlo und des Valsugana-Tals gewandt ist. Nach wenigen Metern führt ein kurzer Umweg auf der rechten Seite zur sog. „Hundertstufenhöhle – Grotta dei cento scalini“, das vielleicht schönste und bekannteste Bauwerk des ganzen Stellungskomplexes. Einige Stufen führen zunächst in eine Höhle, in der sich eine erste Geschützstellung befindet. Der Zementblock vor der Schießscharte diente als Bettung des Geschützes, während die Versenkung daneben wahrscheinlich als Wasserauffangbecken genutzt wurde. Weitere Stufen führen zur nächsten Artilleriestellung. Zwischen den beiden Stellungen beginnen die sog. „100 Stufen“ (es sind tatsächlich 100!), die bis zu einem großen offenen zylinderförmigen Schacht führen, der in den Fels gegraben wurde. Es handelt sich dabei um einen Kamin, der eine senkrechte Verbindung herstellte zur sog. Stellung Celva bassa (oder „Cros de Zelva”). In den Nischen der Felswände waren Lampen untergebracht. Für die Besichtigung wird eine Taschenlampe benötigt.
Nachdem man wieder zurückgegangen ist, erreicht man schnell die bereits o.g. Stellung „Celva Bassa“ und zwar den sog. Bereich des ehemaligen Beobachtungsstandes (885 m). Hier befinden sich zahlreiche Kriegsbauten, darunter einige in sehr gutem Erhaltungszustand. Ein durchaus tiefer Schützengraben führt um den ganzen Komplex der Celva Bassa herum, während sich im Bereich des großen Kreuzes, das 1999 von der Alpinigruppe Roncogno aufgestellt wurde, ein Beobachtungsstand mit Schießscharten befindet, die Richtung Pergine zielen. Das ganze Areal war von besonderer strategischer Bedeutung, da man von hier aus die Umgebung des Flughafens von Cirè di Pergine kontrollieren und schützen konnte.
In dem Bereich befinden sich weitere Artilleriestellungen und verschiedene Bauten, die als Unterstände dienten. Der untere Bereich des Celva war sicherlich ein Durchgangsort und Umschlagsplatz für Truppen und Material. Im folgenden zum Gipfel des Monte Celva führenden Bereich liegen die Küchenanlagen, die zum Teil auch im Fels angelegt wurden, wie die Steinöfen und die zylinderförmigen Löcher für den Rauchabzug, die sich eindeutig erkennen lassen.
Auf dem am Kamm entlangführenden Weg stößt man auf weitere Feuerstellen und auf ein Zementfundament eines Stützpfeilers der Bergstation, der von Roncogno hier heraufführenden Seilbahn.
In Kürze erreicht man den Gipfel, nachdem man zuvor die steilste Stelle mit Hilfe eines Stahlseiles hinter sich gelassen hat. Von der Spitze genießt man einen schönen Ausblick rundum, man sieht Trient, die Brenta-Gruppe, Pergine, die Berge des Lagorai und den Caldonazzosee.
Am südöstlichen Rand des charakteristischen Gipfelplateaus befindet sich ein in die Tiefe führender Schacht, der mit Metallgittern geschützt ist. Dieser Kamin stellte eine Verbindung zu den darunter liegenden Kavernen her. Letztere erreicht man, wenn man dem neben dem Schacht liegenden Weg in Richtung einer großen Telefonantenne folgt, die sich kurz unterhalb des Gipfels befindet.

Es sollte nochmals erwähnt werden, dass vom Monte Celva, wie auch von der gesamten „Festung Trient“ nicht ein einziger Gewehrschuss abgegeben wurde. Der Krieg fand woanders statt und umso mehr erstaunt es daher, mit welchem ungeheurem Aufwand und Mitteln die Österreicher die Berge rund um die Landeshauptstadt des Trentino fortifikatorisch ausgebaut hatten.

LITERATURHINWEISE
Italienischsprachige Literatur
Giuseppe Gorfer, Matteo Visintainer, Il Monte Celva: l'ambiente e la storia, Azienda forestale Trento – Sopramonte, Trento 2004
Volker Jeschkeit, Il fronte orientale della fortezza di Trento: la cintura di difesa interna, dal Monte Celva fino alla Vigolana, attraverso Cimirlo, Marzola e Maranza, Curcu&Genovese, Trento 2011

 

 
 

I cento scalini
trincee sulla Celva Bassa