ACHTUNG: Im vergangenen Herbst hat ein Sturmtief erhebliche Schäden in den Tälern und Wäldern des Trentino verursacht: auf zahlreichen Wegen sind die Sturmschäden noch immer nicht oder nur zum Teil beseitigt. Wir empfehlen Ihnen deshalb, sich vor der geplanten Wanderung mit dem örtlichen Fremdenverkehrsverein oder der lokalen Sektion des Trentiner Bergsteigervereins SAT in Verbindung zu setzen, und Informationen über die Beschaffenheit des Weges einzuholen.
Laden Sie die App herunter
Bereich: Hochflächen von Folgaria, Lavarone und Lusern
Ausgangspunkt: Passo Vezzena, 1428 m
Endpunkt: Cima Vezzena, 1908 m
Gehzeit: 4 Stunden
Höhenunterschied: 480 m
Schwierigkeit: Wanderung
Einkehrmöglichkeit: Hotel Vezzena, Tel. 0464 783073
Die Tour führt in eine im Krieg besonders hart umkämpfte Ecke und die Reste des Werkes Verle und des Posten Vezzena (im Ital. als Forte Spitz Verle bezeichnet) sind Zeugnisse des sog. Festungskrieges.
Der Posten Vezzena war mit seinen 1908 m Höhe die höchste Anlage, die zum auf den Hochflächen errichteten Festungsgürtel gehörte und wurde deswegen auch als das „Auge der Hochflächen“ bezeichnet. Unterhalb des Posten Vezzena liegt das Werk Verle (im Ital. auch als Forte Busa Verle bekannt), das zwischen 1908 und März 1913 erbaut wurde. Auf Verle wurde der erste Schuss abgegeben, der den Beginn der kriegerischen Auseinandersetzungen an der Italienfront einleitete. Und zwar um 3 Uhr 55 am 24. Mai 1915.
In den folgenden Monaten gab es zahlreiche Versuche das Sperrwerk einzunehmen, durch Artilleriebeschuss und durch im offenen Gelände vorgetragene Infanterieangriffe, die in Massakern endeten. Werk Verle stand mehrmals kurz davor aufgegeben zu werden. Auch wenn die Anlage in einen wüsten Steinhaufen verwandelt worden war, hielt sie bis zum ersten Kriegswinter allen Angriffen stand. Danach wurde sie wieder instandgesetzt und diente als Stützpunkt während der großen Frühjahrsoffensive 1916. In Verle kämpften auch der aus dem Grödnertal stammende Schriftsteller und Regisseur Luis Trenker sowie Fritz Weber.
TOURBESCHREIBUNG
Hat man den Passo Vezzena von Lavarone kommend erreicht, parkt man und geht zu Fuß auf der asphaltierten Straße weiter, dem Wegweiser 201 folgend. Nach circa 15 Minuten und 100 m Aufstieg erreicht man das Werk Verle (1504 m). Von hier aus folgt man immer auf der asphaltierten Straße den Wegweisern zur Malga Marcai. Um zum Gipfel zu gelangen, kann man auf den steil ansteigenden Weg 205 abbiegen oder man geht auf der Straße weiter bis man bei einer Spitzkehre auf der rechten Seite auf die alte Armierungsstraße stößt, die mit einer Schranke versperrt ist und bei der ein Schild zur Cima Vezzena hinweist. Auf der letzteren Variante benötigt man circa 2 Stunden bis zum Gipfel mit einer sicherlich angenehmeren Steigung.
Die Aussicht vom Gipfel ist grandios sowohl auf die Hochflächen als auch auf das darunter liegende Valsugana-Tal. Auf der zur Valsugana neigenden Bergflanke ist äußerste Vorsicht geboten, da diese Seite senkrecht in die Tiefe fällt und es in der Vergangenheit hier bereits zu zahlreichen Unfällen gekommen ist.
Der Rückweg erfolgt entweder wie beim Hinweg auf der gleichen Strecke oder man biegt von der Armierungsstraße auf Höhe der beim Abstieg ersten Kehre auf den SAT-Weg ab, der am Grat entlang führt und entlang dessen Verlaufes man noch auf Reste von Stellungen und Beobachtungsständen trifft.
LITERATURHINWEISE
Deutschsprachige Literatur
Helmut Dumler: Auf dem Friedensweg in die Dolomiten: Vom Monte Pasubio in die Sextner Dolomiten, Bozen, 2006.
Erwin Anton Grestenberger: k.u.k. Befestigungsanlagen in Tirol und Kärnten 1860-1918, Wien, 2000.
Rolf Hentzschel: Österreichische Gebirgsfestungen im Ersten Weltkrieg. Die Hochebenen von Folgaria und Lavarone, Bozen, 1999.
Rolf Hentzschel: Festungskrieg im Hochgebirge. Der Kampf um die österreichischen und italienischen Hochgebirgsforts in Südtirol im Ersten Weltkrieg, Bozen, 2009.
Fritz Weber: Der Alpenkrieg, Salzburg, 1996.
Italienischsprachige Literatur
G. Pieropan, Guida alle fortezze degli Altipiani, Gino Rossato editore, Vicenza 1988
H. Dumler, Dal Monte Pasubio alle Dolomiti di Sesto. Camminando sul sentiero della Pace verso le Dolomiti, Athesia, Bolzano 2006
F. Weber, Tappe della disfatta, Mursia, Milano 2004
A. Forrer, Guida lungo la fronte austroungarica e italiana sugli altipiani di Folgaria Lavarone Luserna e Tonezza del Cimone, Ed. Manfrini, Rovereto 2003
Ten. Col. U. Fabbri, Sulle Cime, 10. Reggimento Alpini, Roma 1935








