ACHTUNG: Im vergangenen Herbst hat ein Sturmtief erhebliche Schäden in den Tälern und Wäldern des Trentino verursacht: auf zahlreichen Wegen sind die Sturmschäden noch immer nicht oder nur zum Teil beseitigt. Wir empfehlen Ihnen deshalb, sich vor der geplanten Wanderung mit dem örtlichen Fremdenverkehrsverein oder der lokalen Sektion des Trentiner Bergsteigervereins SAT in Verbindung zu setzen, und Informationen über die Beschaffenheit des Weges einzuholen.
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Bereich: Vallagarina
Ausgangspunkt: Malga Cheserle, 1402 m
Endpunkt: Malga Cheserle 1402 m, höchster Punkt Monte Testo, 1999 m
Gehzeit: 3 Stunden
Höhenunterschied: 597 m
Schwierigkeit: Wanderung
Beste Jahreszeit: Frühjahr bis Herbst
Einkehrmöglichkeiten: Rifugio Vincenzo Lancia Tel. 0464 868068; Malga Zocchi Tel. 0464 378110
Eine alles andere als karge Natur erwartet einen auf dem Monte Pasubio mit Almflächen, Tannenwäldern und den charakteristischen Farben einer Hochfläche, zumindest solange man sich nicht in den Bereich der beiden Platten und der Cima Palon begibt, wo die Landschaft mondartig und die Spuren der zahlreichen Explosionen mehr als evident sind. Der Pasubio war eine der am heftigsten umkämpften Schlachtfelder im Ersten Weltkrieg und auf dieser Tour lernt man einen nicht so bekannte Teil kennen, der aber dennoch reich an Zeitzeugnissen ist: den Monte Testo.
Er wurde wie auch andere Frontabschnitte von der österreichisch-ungarischen Armee 1915 geräumt, als man die Widerstandslinie weiter nach hinten verlegte und erst während der Frühjahrsoffensive von 1916 zurückerobert. Auf dem Pasubio standen sich etwas weniger als 100.000 Soldaten gegenüber, die die Landschaft mit dem Bau von Straßen und Wegen, von Seilbahnen und Wasserleitungen, von Barackendörfern und hunderten von Stollen sowie einen langanhaltenden Minenkrieg veränderten. Über 10.000 von ihnen verloren auf dem Pasubio ihr Leben.
TOURBESCHREIBUNG
Mit dem Auto fährt man auf der Landstraße, die von Trambileno nach Giazzera bis zur Malga Cheserle (1402 m) führt, wo man das Auto abstellt. Man folgt der Fortsstraße (Weg Nr. 101) und erreicht in etwas mehr als einer Stunde das Rifugio Lancia. Von dort geht auf Weg Nr. E5 102 weiter, kurz danach hält man sich bei einem Abzweig rechts und folgt dem Weg 102A in Richtung Monte Testo. Entlang des Weges stößt man immer wieder auf Reste von Kriegsbauten. Über einige links vom Weg abzweigende Laufgräben kann man zum Gipfel aufsteigen. Dieser Bereich wurde dank der Arbeit von Mitgliedern des Trentiner Bergsteigervereins SAT der Sektion Rovereto und der Speläologengruppe „E. Roner“ restauriert. Dabei wurde ein größeres Stollensystem, Schützengräben und Beobachtungsstände freigelegt. Man kann die ehemaligen in den Fels angelegten Geschützstellungen betreten, mit denen man das Vallarsa und den Pasubio kontrollierte; die Fenster sind Richtung Cosmagnonmulde sowie auf den zwischen Roite, österreichische, italische Platte – die zwischen Herbst 1917 und Frühjahr 1918 Schauplatz des Minenkrieges waren – und der Cima Palon liegenden Kamm ausgerichtet.
Nachdem man die Stellungen am Gipfel besichtigt hat, steigt man auf Weg 102A in Richtung Bocchetta dei Foxi ab, die man in ca. 30 Minuten erreicht. Von hier geht es auf Weg 122 in Richtung Malga Zocchi und schließlich zum Parkplatz bei der Malga Cheserle weiter (weitere 30 Minuten).
Eine interessante Variante ist die, die von der Bocchetta Foxi zum Corno Battisti führt, wo im Sommer 1916 die Trentiner Irredentisten Cesare Battisti und Fabio Filzi gefangen genommen wurden. Auch dieser von beide Armeen lange Zeit heftig umstrittene Berg besitzt zahlreiche Spuren. Für die Besichtigung des Corno Battisti steht auch diese Beschreibung (link) zur Verfügung. Um zurück zur Malga Cheserle zu gelangen, kehrt man entweder zur Bocchetta Foxi zurück und steigt dann zur Malga Zocchi ab oder man folgt den Wegweisern in Richtung Valico del Menderle, Monte Spil und Malga Monticello (1395 m).
LITERATURHINWEISE
Deutschsprachige Literatur
Hans-Dieter Hübner: Unterwegs auf historischen Spuren. Wanderungen und Exkursionen zu den Schwerpunkten der österreichisch-ungarischen Südtiroloffensive 1916. Band 1 Rund um den Pasubio, Norderstedt, 2010.






